Die Geschichte des Vereins "Frauen helfen Frauen"
Der Verein wurde 1979 von engagierten Frauen gegründet, die sich im Sinne der damaligen Frauenbewegung für die Rechte von Frauen und insbesondere für deren Schutz vor Gewalt und für ein eigenständiges Solinger Frauenhaus einsetzten.
Die Vereinsziele lauteten damals wie heute:
- Unterstützung von Frauen in ihrem Selbstbestimmungsrecht
- Aufdeckung, Veröffentlichung und Bekämpfung von Benachteiligungen,
- Diskriminierungen und Gewalt gegen Frauen in allen gesellschaftlichen Bereichen
- Arbeit gegen sexuelle Gewalt an Frauen und Kindern
- Angebot von Unterstützung in Problem- und Krisensituationen im Sinne stabilisierender Beratung
Das Private ist politisch
„Das Private ist politisch“- dieses Motto zum Aufbau eines Zufluchthauses für misshandelte Frauen und Kinder nutzten die ehrenamtlich arbeitenden Vereinsfrauen in kontroversen Verhandlungen mit Kommunalpolitikern, um eine Bezuschussung und Trägerschaft des Frauenhauses zu erreichen. 1982 konnte so das Solinger Frauenhaus eröffnet werden.
1984 wurde der „Treff für jedefrau“ gegründet, um Beratungen für Frauen in Konflikt – und Krisensituationen anzubieten. In der Folgezeit konnte die praktische Arbeit nicht mehr nur von ehrenamtlichen Frauen geleistet werden. Sie wurde professionell von fachlich qualifizierten Frauen übernommen. Die ebenfalls wichtige Öffentlichkeitsarbeit und vor allem die politische Arbeit wurden weiterhin von den ehrenamtlichen Vereinsfrauen im Trägerverein geleistet. Die kontinuierliche Öffentlichkeits- und Vernetzungsarbeit durch die Vereinsfrauen und die Professionalisierung des Beratungsangebots für Frauen und Mädchen veranlasste schließlich die Stadt Solingen und das Land NRW, Fachkraftstellen zu bezuschussen.
Die tägliche Arbeit mit Frauen im Frauenhaus und in der Beratungsstelle konfrontierte die Mitarbeiterinnen vermehrt mit der Problematik der sexuellen Kindesmisshandlung. Durch Fortbildungen und die Erstellung eines Gesamtkonzepts gelang es, 1990 das Projekt „Anlaufstelle zur Unterstützung sexuell misshandelter Kinder und Jugendlicher“ zu gründen. Die kompetente Arbeit dieses Projekts wird auch dadurch dokumentiert, dass die Stadt Solingen auch hier Fachkraftstellen finanziell unterstützt.
Heute ist der Verein „Frauen helfen Frauen“ Träger der Projekte „Frauenberatungsstelle“ und „Anlaufstelle zur Unterstützung sexuell misshandelter Kinder und Jugendlicher“. In beiden Projekten sind zur Zeit 10 Fachkräfte beschäftigt, die durch eine Verwaltungskraft unterstützt werden.
Das Frauenhaus ging 1997 in einen neu gegründeten Verein über.
Chronologie:
Februar 1979:
10 Frauen aus den Frauenzentren in Solingen und Mettmann treffen sich, um einen Verein für Frauen zu gründen. Sie streben außerdem die Einrichtung eines autonomen Frauenhauses in Selbstverwaltung an.
März 1979:
Gründung des Vereins „ Frauen helfen Frauen“, Einrichtung eines Nottelefons, Unterbringung der Frauen in umliegende Frauenhäuser, Privatwohnungen und Hotels, Gespräche mit Parteien und Verbänden, Rundbriefe an Ärzte und Rechtsanwälte, Gespräche mit dem Sozialdezernenten und dem Sozialamtsleiter der Stadt Solingen, öffentliche Veranstaltungen, z. B. Frauenfest, Informationsstände, Hearings usw.
September 1979:
Anmietung eines Ladenlokals durch private Mittel der Frauen, Eröffnung einer Anlaufstelle für Frauen, Nottelefon mit Anrufbeantworter, Angebot regelmäßiger Beratungszeiten für Frauen
März 1980:
Antrag im Ausschuss für Gesundheit und Soziales der Stadt Solingen auf ein autonomes Frauenhaus Ablehnung des Antrags mit der Mehrheit der CDU und FDP, Gespräche mit dem CDU-nahenVerein „Schindel“
Juni 1980:
Antrag im städtischen Ausschuss für Gesundheit und Soziales auf Anmietung einer städtischen Wohnung als Übergangslösung, Annahme des Antrags zusammen mit dem ähnlichen Antrag des Vereins „Schindel“, Annahme beider Anträge durch den Ausschuss
August 1980:
Beide Vereine erhalten von der Stadt Solingen ein Haus zur Miete, Aufteilung der Räume zwischen beiden Vereinen, notgedrungen weitere Unterbringung betroffener Frauen in umliegende Frauenhäuser oder in Privatwohnungen
November 1980:
Antrag im Liegenschaftsausschuss auf Anmietung eines städtischen Hauses zum Zweck der Einrichtung eines autonomen Frauenhauses, Einstimmige Annahme des Antrages
Januar bis Juli 1982:
Renovierung des Frauenhauses in Eigenleistung
August 1982:
Eröffnung des Frauenhauses
Juni 1984:
Eröffnung des „Treffs für jedefrau“ im Frauenzentrum auf der Klemens-Horn-Straße 15, eine Kombination aus Kontaktstelle, Beratung und Notrufzentrale für vergewaltigte Frauen
September 1984:
Umzug des „Treffs für jedefrau“ zur Brühler Straße 31, in das alte Ladenlokal des Vereins
April 1985:
Eine Soziologin wird als ABM-Kraft, befristet bis 1989, eingestellt
Februar 1987:
Umzug in ein neues Frauenhaus
1990:
Gründung des Projekts „Anlaufstelle zur Unterstützung sexuell missbrauchter Kinder und Jugendlicher“
1990:
Bewilligung und Einstellung einer von der Stadt zu bezuschusster Fachkraft für die Anlaufstelle
1991:
Förderung von 1 Fachkraftstellen in der Frauenberatungsstelle durch das Land NRW
1993:
Bezuschussung durch die Stadt für 2 weitere Fachkraftstellen
1997:
Das Frauenhaus geht in die Trägerschaft des neu gegründeten Vereins „Frauenhaus e. V.“ über
2000:
Gründung des jährlichen Benefizkonzerts für die „Anlaufstelle … „Rocking Hood“ in der Cobra
2006:
Umzug von der Albrechtstraße in die Brühler Straße 31
2008:
Kooperationen mit anderen Institutionen wie Kindergärten etc, 52 Vereinsmitglieder, Einrichtung einer eigenen Homepage des Vereins, Clubabende
2010/2011:
Entwicklung und Durchführung des Präventionsprojektes "bleib dir treu"
