07.02.2012 - 03:54 Uhr
ImpressumSatzungMitglieder-Login
Dafür sind Frauen da. Für einander.
Die Geschichte des Vereins „Frauen helfen Frauen“
Starke Frauen

Der Verein wurde 1979 von engagierten Frauen gegründet, die sich im Sinne der damaligen Frauenbewegung für die Rechte von Frauen und insbesondere für deren Schutz vor Gewalt und für ein eigenständiges Solinger Frauenhaus einsetzten.

Die Vereinsziele lauteten damals wie heute:

  • Unterstützung von Frauen in ihrem Selbstbestimmungsrecht
  • Aufdeckung, Veröffentlichung und Bekämpfung von Benachteiligungen,
  • Diskriminierungen und Gewalt gegen Frauen in allen gesellschaftlichen Bereichen
  • Arbeit gegen sexuelle Gewalt an Frauen und Kindern
  • Angebot von Unterstützung in Problem- und Krisensituationen im Sinne stabilisierender Beratung

Das Private ist politisch
„Das Private ist politisch“- dieses Motto zum Aufbau eines Zufluchthauses für misshandelte Frauen und Kinder nutzten die ehrenamtlich arbeitenden Vereinsfrauen in kontroversen Verhandlungen mit Kommunalpolitikern, um eine Bezuschussung und Trägerschaft des Frauenhauses zu erreichen. 1982 konnte so das Solinger Frauenhaus eröffnet werden.

1984 wurde der  „Treff für  jedefrau“ gegründet, um Beratungen für Frauen in Konflikt – und Krisensituationen anzubieten. In der Folgezeit konnte die praktische Arbeit nicht mehr nur von ehrenamtlichen Frauen geleistet werden. Sie wurde  professionell von fachlich qualifizierten Frauen übernommen. Die ebenfalls wichtige Öffentlichkeitsarbeit und vor allem die politische Arbeit  wurden weiterhin von den ehrenamtlichen Vereinsfrauen im Trägerverein geleistet. Die kontinuierliche Öffentlichkeits- und Vernetzungsarbeit durch die Vereinsfrauen und die Professionalisierung des Beratungsangebots für Frauen und Mädchen veranlasste schließlich die Stadt Solingen und das Land NRW, Fachkraftstellen zu bezuschussen.

Die tägliche Arbeit mit Frauen im Frauenhaus und in der Beratungsstelle konfrontierte die Mitarbeiterinnen vermehrt mit der Problematik der sexuellen Kindesmisshandlung. Durch Fortbildungen und die Erstellung eines Gesamtkonzepts gelang es, 1990 das Projekt „Anlaufstelle zur Unterstützung sexuell misshandelter Kinder und Jugendlicher“ zu gründen. Die kompetente Arbeit dieses Projekts wird auch dadurch dokumentiert, dass die Stadt Solingen auch hier Fachkraftstellen finanziell unterstützt.

Heute ist der Verein „Frauen helfen Frauen“ Träger der Projekte „Frauenberatungsstelle“ und „Anlaufstelle zur Unterstützung sexuell misshandelter Kinder und Jugendlicher“. In beiden Projekten sind zur Zeit 10 Fachkräfte beschäftigt, die durch eine Verwaltungskraft unterstützt werden.

Das Frauenhaus ging 1997 in einen neu gegründeten Verein über.

Chronologie:

Februar 1979 10 Frauen aus den Frauenzentren in Solingen und Mettmann treffen sich, um einen Verein für Frauen zu gründen. Sie streben außerdem die Einrichtung eines autonomen Frauenhauses in Selbstverwaltung an.

März 1979Gründung des Vereins „ Frauen helfen Frauen“, Einrichtung eines Nottelefons, Unterbringung der Frauen in umliegende Frauenhäuser, Privatwohnungen und Hotels, Gespräche mit Parteien und Verbänden, Rundbriefe an Ärzte und Rechtsanwälte, Gespräche mit dem Sozialdezernenten und dem Sozialamtsleiter der Stadt Solingen, öffentliche Veranstaltungen, z. B. Frauenfest, Informationsstände, Hearings usw.

September 1979Anmietung eines Ladenlokals durch private Mittel der Frauen, Eröffnung einer Anlaufstelle für Frauen, Nottelefon mit Anrufbeantworter, Angebot regelmäßiger Beratungszeiten für Frauen

März 1980Antrag im Ausschuss für Gesundheit und Soziales der Stadt Solingen auf ein autonomes Frauenhaus Ablehnung des Antrags mit der Mehrheit der CDU und FDP, Gespräche mit dem CDU-nahenVerein „Schindel“

Juni 1980Antrag im städtischen Ausschuss für Gesundheit und Soziales auf Anmietung einer städtischen Wohnung als Übergangslösung, Annahme des Antrags zusammen mit dem ähnlichen Antrag des Vereins „Schindel“, Annahme beider Anträge durch den Ausschuss

August 1980Beide Vereine erhalten von der Stadt Solingen ein Haus zur Miete, Aufteilung der Räume zwischen beiden Vereinen, notgedrungen weitere Unterbringung betroffener Frauen in umliegende Frauenhäuser oder in Privatwohnungen

November 1980Antrag im Liegenschaftsausschuss auf Anmietung eines städtischen Hauses zum Zweck der Einrichtung eines autonomen Frauenhauses, Einstimmige Annahme des Antrages

Januar bis Juli 1982Renovierung des Frauenhauses in Eigenleistung

August 1982Eröffnung des Frauenhauses

Juni 1984Eröffnung des „Treffs für jedefrau“ im Frauenzentrum auf der Klemens-Horn-Straße 15, eine Kombination aus Kontaktstelle, Beratung und Notrufzentrale für vergewaltigte Frauen

September 1984Umzug des „Treffs für jedefrau“ zur Brühler Straße 31, in das alte Ladenlokal des Vereins

April 1985Eine Soziologin wird als ABM-Kraft, befristet bis 1989, eingestellt

Februar 1987Umzug in ein neues Frauenhaus

1990Gründung des Projekts „Anlaufstelle zur Unterstützung sexuell missbrauchter Kinder und Jugendlicher“

1990Bewilligung und Einstellung einer von der Stadt zu bezuschusster Fachkraft für die Anlaufstelle

1991Förderung von 1 Fachkraftstellen in der Frauenberatungsstelle durch das Land NRW

1993Bezuschussung durch die Stadt für 2 weitere Fachkraftstellen

1997Das Frauenhaus geht in die Trägerschaft des neu gegründeten Vereins „Frauenhaus e. V.“ über

2000Gründung des jährlichen  Benefizkonzerts für die „Anlaufstelle … „Rocking Hood“ in der Cobra

2006Umzug von der Albrechtstraße in die Brühler Straße 31

2008Kooperationen mit anderen Institutionen wie Kindergärten etc, 52 Vereinsmitglieder, Einrichtung einer eigenen Homepage des Vereins, Clubabende

2010/2011Entwicklung und Durchführung des Präventionsprojektes "bleib dir treu"
(JFlex Images v1.0 ©Ute Jacobi)